

Liebe Leserin, lieber Leser
Der Jubiläumskongress zum 30-jährigen Bestehen rückt näher: Falls Sie sich noch nicht angemeldet haben, ist jetzt der richtige Moment, dies hier zu tun. Ich freue mich, Sie dort wiederzusehen! Vergessen Sie nicht, an unserer Umfrage «Welche Evaluatorin, welcher Evaluator sind Sie?» teilzunehmen, deren Ergebnisse wir am Kongress bekannt geben werden.
Während die Vorbereitungen voranschreiten, widmet sich der Vorstand bereits dem nächsten Schritt: dem kommenden Kongress, der in Partnerschaft mit der DeGEval – der deutschen Gesellschaft für Evaluation – durchgeführt wird. Nach einer ersten gemeinsamen Ausgabe 2014 in Zürich findet der gemeinsame Kongress im September 2027 in Freiburg im Breisgau statt. Eine Gruppe mit Mitgliedern unserer beiden Evaluationsgesellschaften arbeitet derzeit am Programm und an der Organisation.
Auch in unseren Arbeitsgruppen mangelt es nicht an Projekten. Ich begrüsse die Initiative der Arbeitsgruppe «Kompetenzen», die eine Überarbeitung der in der Evaluation erforderlichen Kompetenzrahmen lanciert, sowohl aus Sicht der Auftragnehmenden als auch der Auftraggebenden. Der Zeitpunkt ist günstig, um dieses Dokument zu aktualisieren. Zögern Sie nicht mitzuwirken, wenn die Gruppe Sie zur Konsultation einlädt.
Ich freue mich ebenfalls auf die bevorstehende Publikation des Buches zur Anwendung der SEVAL-Standards. Ein herzlicher Dank geht an die Arbeitsgruppen «Forschung» und «Standards», die dieses Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht haben.
Das mit Spannung erwartete Vademecum steht kurz vor der Fertigstellung. In diesem Newsletter finden Sie zudem weitere Informationen zu den zahlreichen Veranstaltungen unserer Arbeitsgruppen. Dies alles zeugt von der Fülle und Vielfalt der Aktivitäten unseres Verbands sowie vom Engagement unserer Mitglieder: Ihnen ist es zu verdanken, dass die SEVAL seit 30 Jahren vorankommt und auch künftig vorankommen wird, wie es Stefan Rieder, mein Vorgänger, so treffend hervorhebt.
Ich freue mich schon jetzt, Sie nächsten Monat an unserem Kongress wiederzusehen und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und einen schönen Sommer!
Laurent Crémieux
Präsident der SEVAL
Inhalt
Aktuelles von der SEVAL
SEVAL-Kongress 2026: Melden Sie sich heute an!
Der SEVAL-Jahreskongress 2026 wird am Donnerstag, 27. und Freitag, 28. August 2026 an der HETS Freiburg stattfinden. Der Kongress widmet sich dem Thema “Evaluation und Lobbying: Wie geht Evaluation mit Interessenvertretung und Einflussnahme um?” und feiert gleichzeitig das 30-jährige Bestehen der SEVAL.
Am Donnerstag, 27. August finden die Generalversammlung der SEVAL und 12 spannende Methodenateliers statt, gefolgt von einem feierlichen Abendprogramm zum 30. Jubiläums der SEVAL.
Der Freitag, 28. August, bietet unter anderem folgende Highlights:
- Thomas Gees läutet den Kongress mit einer thematischen Einführung ins Thema Evaluation und Lobbying
- Thomas Delahais präsentiert die Ergebnisse einerim Vorfeld durchgeführten Umfrage zu unterschiedlichen Typen von Evaluatorinnen und Evaluatoren.
- Sechs Workshops beleuchten die Unabhängigkeit und Einflussnahme auf Evaluation aus unterschiedlichen Blickwinkeln
- Susanne Hadorn blickt auf den Jahreskongress 2016 zum Thema der Unabhängigkeit der Evaluation und die Entwicklungen der letzten 10 Jahre zurück.
- Am runden Tisch zur Nutzung von Evaluationsresultaten und dem Risiko der Instrumentalisierung diskutieren Céline Mavrot, Jean-François Steiert und Reto Wiesli
- Laurent Crémieux widmet sich in der Abschlussrede der Frage der Interessenvertretung durch die SEVAL
- Während dem Apéro zu Kongressende werden zuvor gesammelte Beiträge der Teilnehmenden und SEVAL-Mitgliedern zu 30 Jahre SEVAL zusammengefasst
Hier geht es zum Kongressprogramm.
Melden Sie sich hier an: Anmeldung. Als SEVAL-Mitglied profitieren Sie von einem vergünstigten Tarif.

Die SEVAL damals, heute und künftig – Gastbeitrag von Stefan Rieder
Die SEVAL zwischen Freiwilligkeit und Verpflichtung
Etwas mehr als zehn Jahre war ich Mitglied im Vorstand der SEVAL, davon sechs Jahre als Präsident. Anlässlich des Jubiläums der SEVAL wurde ich gebeten, auf diese Zeit zurückzublicken: Was hat die SEVAL damals bewegt, was bewegt sie heute und in welche Richtung sollte sie sich künftig entwickeln?
Aus meiner Sicht bewegte sich die SEVAL in den 2010er-Jahren zwischen den beiden Polen Freiwilligkeit und Verpflichtung. Die zentrale Frage lautete: Was kann die SEVAL als Verein auf der Basis freiwilligen Engagements unserer Mitglieder leisten, und muss die SEVAL leisten, weil ihre Mitglieder entsprechende Erwartungen hegen?
Letztlich hat sich die SEVAL aus meiner Sicht stark am Pol der Freiwilligkeit orientiert. Freiwilligkeit ist meiner Ansicht nach auch der wichtigste Treiber für die Entwicklung der SEVAL. Freiwilligkeit funktionierte damals und funktioniert auch heute, wenn das freiwillige Engagement für die Engagierten selbst einen konkreten Nutzen schafft.
Als erstes Beispiel dies zu belegen kann das 2013 entstandene Forschungsprogramm SynEval dienen. Zwar ging der Impuls vom Vorstand der SEVAL aus, die eigentliche Dynamik entwickelte sich jedoch, weil sich die beteiligten Forschenden einen konkreten Nutzen von ihrem Engagement versprachen: Sie erhielten die Möglichkeit in Aussicht gestellt, Forschung zum Thema Evaluation zu betreiben. Dafür nahmen sie das Risiko eines Antrags beim Schweizerischen Nationalfonds in Kauf und investierten Zeit und Geld, ohne Gewähr auf eine positive Bewertung ihres Antrags.
Auch beim Prix SEVAL war freiwilliges Engagement entscheidend. Damit der Preis 2012 erstmals vergeben werden konnte, brauchte es den Einsatz von Jury-Mitgliedern. Der fachliche Austausch innerhalb der Jury, das Kennenlernen neuer Evaluationstrends sowie die Möglichkeit, herausragende Leistungen auszuzeichnen, bildeten den Nutzen für die Beteiligten.
Zwischen 2011 und 2024 wurden verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, darunter die AG junge angehende Evaluator:innen (Swiss JEE, 2019), die Arbeitsgruppe Tessin (2020), die Arbeitsgruppe Ausschreibungen (2021) um nur drei zu nennen. Am Beispiel der Swiss JEE zeigt sich die Dynamik der Freiwilligkeit besonders gut: Die Arbeitsgruppe setzt sich für die Stärkung ihrer Mitglieder innerhalb der Evaluationsgemeinschaft ein und möchte ihnen den Einstieg in die Berufspraxis erleichtern. Dies ist ein starkes Motiv für ein Engagement. Gleichzeitig leistet die Arbeitsgruppe einen wichtigen Beitrag dazu, das Reservoir an qualifizierten Fachkräften zu vergrössern, wovon letztlich alle Mitglieder der SEVAL profitieren.
Die SEVAL setzt sich jedoch der Gefahr einer Schrumpfung aus, wenn nicht mehr die Freiwilligkeit, sondern die Verpflichtung im Zentrum steht. Dies geschieht dann, wenn die Mitglieder primär Erwartungen an die SEVAL formulieren, gleichzeitig aber wenig Anreize verspüren, sich selbst freiwillig zu engagieren, sei es am Kongress, in den Arbeitsgruppen oder durch eigene neue Ideen. Dies war am Kongress 2019 zur Zukunft der SEVAL deutlich spürbar: Die Idee, die SEVAL stärker als Fachverband zu positionieren und beispielsweise Zulassungskriterien für den Evaluationsberuf zu definieren, wurde teilweise als diskussionswürdig erachtet. Eine stärkere regulatorische Rolle der SEVAL bei der Professionalisierung ihrer Mitglieder wurde jedoch skeptisch beurteilt. Nicht zuletzt deshalb, weil der SEVAL dafür die notwendigen Einfluss- und Durchsetzungsmöglichkeiten fehlen und auch in absehbarer Zeit fehlen werden.
Die SEVAL wird aus meiner Sicht in Zukunft erfolgreich sein, wenn ihre Mitglieder einen konkreten Nutzen in der Mitgliedschaft erkennen und sich deshalb freiwillig engagieren. Entscheidend ist dabei, dass sie Freiheit hinsichtlich Umfang und Form ihres Engagements geniessen. Ich wünsche mir, dass diese Freiheit auch künftig erhalten bleibt. Dann bin ich überzeugt, dass der SEVAL weitere 30 erfolgreiche Vereinsjahre bevorstehen.
Stefan Rieder
Vorstandsmitglied der SEVAL von 2011 bis 2024, Präsident von 2018 bis 2024
Foto: Interface
Evaluation ohne Fachjargon
In dieser didaktischen Reihe, die auf LinkedIn und auf unserer Website veröffentlicht wird, gehen wir zentralen Fragen rund um Evaluation nach. Heute widmen wir uns der Frage: Was ist eigentlich eine Evaluation? Ein herzliches Dankeschön an Philippe Zogg für seinen Beitrag.

Was sind Evaluationen?
Regierungen, Bildungsinstitutionen, NGOs – alle wollen Wirkung erzielen: mit Programmen, Projekten und Aktivitäten. Doch woher wissen sie, ob das, was sie tun, tatsächlich etwas bewirkt? Genau hier setzt Evaluation an.
Evaluation verbindet wissenschaftliche Methoden mit praxisrelevanten Fragestellungen. Sie analysiert Ziele, Umsetzung und Wirkungen und macht sichtbar, ob eine Massnahme wirksam, zweckmässig und effizient ist – und unter welchen Bedingungen.
Evaluation bedeutet hinschauen, zuhören, hinterfragen. Sie macht sichtbar, was funktioniert – und was nicht. Sie gibt Zahlen eine Bedeutung und Erfahrungen eine Stimme. Und sie schafft Lernräume: für Organisationen, Verwaltungen, Politik und Gesellschaft.
Evaluation ist meist kein Kontrollinstrument, sondern ein Werkzeug für Weiterentwicklung. Sie hilft, Erfolge zu erkennen, Fehler ernst zu nehmen und Entscheidungen besser abzustützen. Und sie stärkt das Vertrauen, indem sie Transparenz ermöglicht und die Basis für eine gemeinsame Reflexion bildet.
In einer komplexen Welt braucht es mehr als Meinungen. Es braucht Wissen, Reflexion und Offenheit für unterschiedliche Perspektiven.
Evaluation macht Wirkung sichtbar – und Lernen möglich.



Ein hochkarätiges Podium vor einem gebannten Publikum. Von links nach rechts: Stefanie Krapp, Organisatorin und Moderatorin der Veranstaltung, Michel Huissoud, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Janet Clinton, Professorin für Evaluation an der Universität Melbourne, Wolfgang Beywl, Professor an der FHNW, und Laurent Crémieux, Präsident der SEVAL.

Teilnehmende am GREVAL-Plenum zum Thema Evaluation von Mobilitätsprojekten: 


