Aktualitäten aus den Arbeitsgruppen 

Gemeinsame SEVAL – LLC Veranstaltung: Reclaiming Truth 

Am 25. März 2026 empfingen das Lifelong Learning Center der Universität Bern und die SEVAL Janet Clinton, Professorin für Evaluation an der Universität Melbourne, sowie Michel Huissoud, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle und Verwaltungsratspräsident des Magazins Republik, zu einem Abend über die Bedeutung der Evaluation in modernen Demokratien.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der SEVAL statt.

Hier geht es zum Rückblick auf die Veranstaltung.

Ein hochkarätiges Podium vor einem gebannten Publikum. Von links nach rechts: Stefanie Krapp, Organisatorin und Moderatorin der Veranstaltung, Michel Huissoud, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Janet Clinton, Professorin für Evaluation an der Universität Melbourne, Wolfgang Beywl, Professor an der FHNW, und Laurent Crémieux, Präsident der SEVAL.


SwissJEE : Praxislabor

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der SEVAL fand am 28. April das erste Treffen der SwissJEE bei Ecoplan statt. Das Format des Praxislabors bot jungen, aufstrebenden Evaluatorinnen und Evaluatoren die Gelegenheit, sich auszutauschen und ihre Arbeit in der Praxis zu reflektieren.
Drei Referent:innen teilten ihre Erfahrungen:

  • Carmen Steg (Ecoplan) stellte die Evaluation der Biodiversitätsstrategie des Kantons St. Gallen vor.
  • David Fischer (Interface) beleuchtete die Evaluation über die Transparenzregeln betreffend die Politikfinanzierung auf nationaler Ebene.
  • Nico Granitzer (EFK) skizzierte das Vorgehen für eine Evaluation zum Thema Qualitätssicherung von Daten und Prognosen im Gesetzgebungsprozess, welche die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) im Auftrag des Bundesrats durchführt.

Claudia Peter (Ecoplan), Mitglied des SEVAL-Vorstands, führte in die Veranstaltung ein, die von Julia Lehmann (Ecoplan) und Julián Salazar (Universität Bern) moderiert und organisiert wurde.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe SwissJEE findet am 4. November an der Universität Bern statt: ein Methodenlabor – das zweite Format der Arbeitsgruppe.

Julián Salazar (Universität Bern), Julia Lehmann (Ecoplan) und Claudia Peter (Ecoplan) beim Praxislabor SwissJEE


AG Svizzera Italiana: Ein gelungener Austausch zur Evaluationskultur im Tessin

Am 7. Mai organisierte die Arbeitsgruppe Svizzera Italiana in Bellinzona die Veranstaltung «Farmi valutare: ma da chi? Ma perché?». Rund 30 Teilnehmende folgten der Einladung und tauschten sich über die Bedeutung und den Mehrwert von Evaluationen sowie über die Evaluationskultur im Tessin aus.

Nach der Begrüssung durch Mélanie Attinger, Vorstandsmitglied der SEVAL, erwarteten die Teilnehmenden spannende Impulse, Praxisbeispiele sowie Gelegenheiten für den gemeinsamen Austausch. Besonders die abschliessende Podiumsdiskussion förderte den Dialog zwischen den Teilnehmenden und Fachpersonen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Der Anlass endete mit einem Apéro, bei dem die Diskussionen in informeller Atmosphäre fortgesetzt und das Networking gepflegt wurden.

Veranstaltung «Farmi valutare: ma da chi? Ma perché?» der Arbeitsgruppe Svizzera italiana

GREVAL-Plenum: Evaluation von Mobilitätsprojekten

Am 11. Juni fand das Plenum des GREVAL, der Westschweizer Evaluationsgruppe der SEVAL, zum Thema Evaluation von Mobilitätsprojekten statt. Rund dreissig Personen nahmen an diesem Abend teil, der von einem regen Austausch geprägt war.

Hier geht es zum Rückblick in Bildern.

Teilnehmende am GREVAL-Plenum zum Thema Evaluation von Mobilitätsprojekten: Joël Vetter Alain Jarne Christian Liaudat Sandra PirizEtienne Mounir Eric Moachon Nathalie-Raya Etter Rima Bey Caroline Jacot-Descombes Cornelia Hänsli Marrei


AG Evaluationsstandards | 10 Jahre revidierte SEVAL-Standards

Vor 10 Jahren, am Jubiläumskongress «20 Jahre SEVAL» 2016 in Basel, hat die Mitgliederversammlung eine Neufassung der SEVAL-Standards verabschiedet. Die Arbeitsgruppe Evaluationsstandards hatte in dreijähriger Arbeit und unter Einbezug vieler Evaluationsfachpersonen aus der SEVAL die seit 2001 bestehenden Standards einer Revision unterzogen. Die bewährten Inhalte der Standards wurden in eine neue Form überführt und teilweise ergänzt und aktualisiert. 2017 erschienen die ebenfalls revidierten Erläuterungen zu den Standards.

In den letzten 10 Jahren haben sich die SEVAL und die Arbeitsgruppe Evaluationsstandards darum bemüht, die revidierten Standards bekannt zu machen und ihre Anwendung zu fördern. Sie werden auf der SEVAL-Website prominent präsentiert und sind als Papierbroschüre oder pdf-Datei in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) verfügbar. Die Standards und Vorschläge, wie sie zur Qualitätssicherung in Evaluationsprojekten genutzt werden können, wurden an verschiedenen Veranstaltungen von SEVAL-Arbeitsgruppen (Swiss JEE, Dialogversanstaltungen) und des Netzwerks Evaluation der Bundesverwaltung, in Kursen oder Universitätsvorlesungen vorgestellt. Sie flossen unter anderem auch in den neuen Leitfaden zur Wirksamkeitsüberprüfung des Bundes ein. Die Standards bilden auch eine wichtige Grundlage für die Tätigkeit der Beratungsstelle.

Laut Befragungen sind die SEVAL-Standards breit bekannt. Sie bilden für viele Evaluationsfachpersonen einen wichtigen Orientierungsrahmen bei ihrer Tätigkeit. Ihre Nutzung zu verschiedenen Zwecken hat sich zwischen 2012 und 2024 intensiviert.

Pünktlich auf den 10. Jahrestag der Revision wird ein Buch über die praktische Anwendung der SEVAL-Standards erscheinen. Die vorwiegend von Autorinnen und Autoren aus der Evaluationspraxis verfassten Beiträge behandeln grundsätzliche Fragestellungen rund um die Standards, präsentieren Beispiele der praktischen Anwendung oder setzen sich mit einzelnen Standards auseinander. Das Buch soll im Herbst 2026 publiziert und an einer Veranstaltung vorgestellt werden – weitere Informationen folgen.

Christian Rüefli, Büro Vatter / AG Evaluationsstandards


AG Kompetenzen | Überarbeitung der Kompetenzrahmen für Evaluator:innen und Evaluationsmanager:innen

Die Arbeitsgruppe Kompetenzen überarbeitet im Auftrag des SEVAL Vorstands die Kompetenzanforderungen für Evaluator:innen  (2012) sowie den Kompetenzrahmen für Evaluationsmanager:innen (2014). Ziel ist es, die bestehenden Grundlagen an aktuelle Entwicklungen und Anforderungen der Evaluationspraxis anzupassen. Dabei sollen insbesondere die Relevanz der Kompetenzrahmen sichergestellt, ihre Praxisnähe und Anwendbarkeit gestärkt sowie ihre Nutzung in Kommunikation, Aus- und Weiterbildung gefördert werden. Darüber hinaus sollen die Dokumente die Reflexion und Weiterentwicklung individueller Kompetenzen unterstützen und zur weiteren Professionalisierung der Evaluation beitragen.

Die Überarbeitung erfolgt partizipativ: In den kommenden Monaten werden SEVAL-Mitglieder und weitere Stakeholder über verschiedene Formate in den Prozess einbezogen. Ein erster Austausch findet am SEVAL-Kongress statt. Im Rahmen eines Methodenateliers sind die Teilnehmenden eingeladen, Rückmeldungen zu den grundlegenden Prinzipien der Überarbeitung sowie zu den bisher durchgeführten Analysen – etwa zum Vergleich bestehender Kompetenzrahmen und zu aktuellen Entwicklungen im Evaluationsfeld – einzubringen. Zudem bietet das Atelier Raum, Ideen und Perspektiven für die zukünftige Ausgestaltung der Kompetenzrahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Konsultationen fliessen in die weitere Ausarbeitung der Kompetenzrahmen ein. Über den Fortschritt des Projekts und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten wird die AG Kompetenzen die Mitglieder laufend informieren.

Für die AG Kompetenzen: Stefanie Krapp


AG KI | KI in der Verwaltung – Impulse von der DeGEval-Frühjahrstagung 2026 in Wien

Am 21. und 22. Mai 2026 trafen sich Evaluierende, Verwaltungsvertreterinnen und Forschende am Campus Wien zur Frühjahrstagung der DeGEval-Arbeitskreise. Im Zentrum stand die Frage, wie generative KI Evaluationspraxis und öffentliche Verwaltung verändert – und welche methodischen, ethischen und organisationalen Anforderungen daraus erwachsen.

Zwischen Effizienzversprechen und Verantwortungsdiffusion

Prof. Ulrich Lenz machte deutlich: KI ist weit mehr als ein IT-Projekt. Sie verändert Informationsverarbeitung, Entscheidungsprozesse und Machtstrukturen in Organisationen. Der EU AI Act verortet die Letztverantwortung beim Menschen – doch was das konkret bedeutet, wenn Systeme wie Palantirs AIP autonom Planungen erstellen, bleibt offen. Fazit: «Responsible AI» gelingt nur mit umfassender KI-Kompetenz bei den Anwenderinnen und Anwendern.

Digitale Souveränität in der öffentlichen Verwaltung

Ein Marktplatz an GenKI-Systemen entsteht parallel: LLMoin (Hamburg), F13 (BW), NRW.Genius, BärGPT, KIPITZ des Bundes. Die Herausforderung liegt darin, Souveränität zu wahren, ohne Ressourcen zu verschleudern – und Sprachmodelle austauschbar zu halten, solange die grossen LLMs weiterhin aus den USA oder China stammen.

Werkstattberichte aus der Praxis

DEval, Fraunhofer und die Hochschulevaluation berichteten über eigene Anwendungen – von der Klassifikation von 25’000 Projektbeschreibungen bis zur automatisierten Kausalanalyse. Zeitgewinn ja, aber mit Nebenwirkungen: Datenschutzfragen, Entfremdung von der eigenen Arbeit, «AI-Slop» und der Druck der Auftraggebenden («das muss doch günstiger gehen») wurden kontrovers diskutiert.

Und jetzt?

Prof. Jan Hense schloss mit einer Standortbestimmung: KI trifft die Evaluation zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt – zwischen Professionalisierung und «anyone can do it».

Werkzeuge einführen, Prompts optimieren, Datenschutzchecklisten abhaken – all das reicht nicht. Wer die Qualität von Evaluation erhalten will, kommt an einer grundlegenderen Frage nicht vorbei: Wie müssen sich Organisationen selbst verändern, um mit generativer KI die Qualität der Evaluationen überhaupt noch sichern zu können?

Genau dieser Frage gehe ich in meinem Essay im nächsten SEVAL Flash nach – mit einer These, warum punktuelle KI-Adoption ins Leere läuft und weshalb es eine strategische Transformation der Organisationen braucht, damit Evaluation ihrem Anspruch weiter gerecht wird. Bleibt dran.

Kerstin Schwarz / AG KI

 

Aus- und Weiterbildung

CAS Evaluation | Universität Bern

Im März 2027 startet der nächste CAS Evaluation am Lifelong Learning Center (LLC) der Universität Bern. Weitere Informationen finden Sie hier.


MiCAS Evaluation von Hochschulweiterbildungen

Das Lifelong Learning Center (LLC) der Universität Bern bietet am 1. und 2. Dezember 2026 ein Mikrozertifikat zur Evaluation von Hochschulweiterbildungen an. Weitere Informationen finden Sie hier.

Save the date

AG Hochschulentwicklung und Evaluation | «Umgang mit kritischen, evaluationsbezogenen Einflussnahmen im Hochschulbereich»

Workshop | 27. August 2026, HETS Fribourg

Die SEVAL AG Hochschulentwicklung und Evaluation organisiert am Donnerstag, 27.08.2026, an der HETS Fribourg – unmittelbar vor dem SEVAL-Kongress – eine Veranstaltung.

Thema: Umgang mit kritischen, evaluationsbezogenen Einflussnahmen im Hochschulbereich.

Verantwortlich für die Veranstaltung sind Tanja P. Schnoz-Schmied und Jennifer Hofmann, Co-Leitende der SEVAL AG Hochschulentwicklung und Evaluation.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Anmeldung und vollständige Beschreibung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!