Newsletter no. 47, Juli 2026


Liebe Leserin, lieber Leser

Der Jubiläumskongress zum 30-jährigen Bestehen rückt näher: Falls Sie sich noch nicht angemeldet haben, ist jetzt der richtige Moment, dies hier zu tun. Ich freue mich, Sie dort wiederzusehen! Vergessen Sie nicht, an unserer Umfrage «Welche Evaluatorin, welcher Evaluator sind Sie?» teilzunehmen, deren Ergebnisse wir am Kongress bekannt geben werden.

Während die Vorbereitungen voranschreiten, widmet sich der Vorstand bereits dem nächsten Schritt: dem kommenden Kongress, der in Partnerschaft mit der DeGEval – der deutschen Gesellschaft für Evaluation – durchgeführt wird. Nach einer ersten gemeinsamen Ausgabe 2014 in Zürich findet der gemeinsame Kongress im September 2027 in Freiburg im Breisgau statt. Eine Gruppe mit Mitgliedern unserer beiden Evaluationsgesellschaften arbeitet derzeit am Programm und an der Organisation.

Auch in unseren Arbeitsgruppen mangelt es nicht an Projekten. Ich begrüsse die Initiative der Arbeitsgruppe «Kompetenzen», die eine Überarbeitung der in der Evaluation erforderlichen Kompetenzrahmen lanciert, sowohl aus Sicht der Auftragnehmenden als auch der Auftraggebenden. Der Zeitpunkt ist günstig, um dieses Dokument zu aktualisieren. Zögern Sie nicht mitzuwirken, wenn die Gruppe Sie zur Konsultation einlädt.

Ich freue mich ebenfalls auf die bevorstehende Publikation des Buches zur Anwendung der SEVAL-Standards. Ein herzlicher Dank geht an die Arbeitsgruppen «Forschung» und «Standards», die dieses Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht haben.

Das mit Spannung erwartete Vademecum steht kurz vor der Fertigstellung. In diesem Newsletter finden Sie zudem weitere Informationen zu den zahlreichen Veranstaltungen unserer Arbeitsgruppen. Dies alles zeugt von der Fülle und Vielfalt der Aktivitäten unseres Verbands sowie vom Engagement unserer Mitglieder: Ihnen ist es zu verdanken, dass die SEVAL seit 30 Jahren vorankommt und auch künftig vorankommen wird, wie es Stefan Rieder, mein Vorgänger, so treffend hervorhebt.

Ich freue mich schon jetzt, Sie nächsten Monat an unserem Kongress wiederzusehen und wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und einen schönen Sommer!

Laurent Crémieux
Präsident der SEVAL

Inhalt

Aktuelles von der SEVAL

SEVAL-Kongress 2026: Melden Sie sich heute an!

Der SEVAL-Jahreskongress 2026 wird am Donnerstag, 27. und Freitag, 28. August 2026 an der HETS Freiburg stattfinden. Der Kongress widmet sich dem Thema “Evaluation und Lobbying: Wie geht Evaluation mit Interessenvertretung und Einflussnahme um?” und feiert gleichzeitig das 30-jährige Bestehen der SEVAL.

Am Donnerstag, 27. August finden die Generalversammlung der SEVAL und 12 spannende Methodenateliers statt, gefolgt von einem feierlichen Abendprogramm zum 30. Jubiläums der SEVAL.

Der Freitag, 28. August, bietet unter anderem folgende Highlights:

  • Thomas Gees läutet den Kongress mit einer thematischen Einführung ins Thema Evaluation und Lobbying
  • Thomas Delahais präsentiert die Ergebnisse einerim Vorfeld durchgeführten Umfrage zu unterschiedlichen Typen von Evaluatorinnen und Evaluatoren.
  • Sechs Workshops beleuchten die Unabhängigkeit und Einflussnahme auf Evaluation aus unterschiedlichen Blickwinkeln
  • Susanne Hadorn blickt auf den Jahreskongress 2016 zum Thema der Unabhängigkeit der Evaluation und die Entwicklungen der letzten 10 Jahre zurück.
  • Am runden Tisch zur Nutzung von Evaluationsresultaten und dem Risiko der Instrumentalisierung diskutieren Céline Mavrot, Jean-François Steiert und Reto Wiesli
  • Laurent Crémieux widmet sich in der Abschlussrede der Frage der Interessenvertretung durch die SEVAL
  • Während dem Apéro zu Kongressende werden zuvor gesammelte Beiträge der Teilnehmenden und SEVAL-Mitgliedern zu 30 Jahre SEVAL zusammengefasst

Hier geht es zum Kongressprogramm.

Melden Sie sich hier an: Anmeldung. Als SEVAL-Mitglied profitieren Sie von einem vergünstigten Tarif.


Die SEVAL damals, heute und künftig – Gastbeitrag von Stefan Rieder 

Die SEVAL zwischen Freiwilligkeit und Verpflichtung

Etwas mehr als zehn Jahre war ich Mitglied im Vorstand der SEVAL, davon sechs Jahre als Präsident. Anlässlich des Jubiläums der SEVAL wurde ich gebeten, auf diese Zeit zurückzublicken: Was hat die SEVAL damals bewegt, was bewegt sie heute und in welche Richtung sollte sie sich künftig entwickeln?

Aus meiner Sicht bewegte sich die SEVAL in den 2010er-Jahren zwischen den beiden Polen Freiwilligkeit und Verpflichtung. Die zentrale Frage lautete: Was kann die SEVAL als Verein auf der Basis freiwilligen Engagements unserer Mitglieder leisten, und muss die SEVAL leisten, weil ihre Mitglieder entsprechende Erwartungen hegen?

Letztlich hat sich die SEVAL aus meiner Sicht stark am Pol der Freiwilligkeit orientiert. Freiwilligkeit ist meiner Ansicht nach auch der wichtigste Treiber für die Entwicklung der SEVAL. Freiwilligkeit funktionierte damals und funktioniert auch heute, wenn das freiwillige Engagement für die Engagierten selbst einen konkreten Nutzen schafft.

Als erstes Beispiel dies zu belegen kann das 2013 entstandene Forschungsprogramm SynEval dienen. Zwar ging der Impuls vom Vorstand der SEVAL aus, die eigentliche Dynamik entwickelte sich jedoch, weil sich die beteiligten Forschenden einen konkreten Nutzen von ihrem Engagement versprachen: Sie erhielten die Möglichkeit in Aussicht gestellt, Forschung zum Thema Evaluation zu betreiben. Dafür nahmen sie das Risiko eines Antrags beim Schweizerischen Nationalfonds in Kauf und investierten Zeit und Geld, ohne Gewähr auf eine positive Bewertung ihres Antrags.

Auch beim Prix SEVAL war freiwilliges Engagement entscheidend. Damit der Preis 2012 erstmals vergeben werden konnte, brauchte es den Einsatz von Jury-Mitgliedern. Der fachliche Austausch innerhalb der Jury, das Kennenlernen neuer Evaluationstrends sowie die Möglichkeit, herausragende Leistungen auszuzeichnen, bildeten den Nutzen für die Beteiligten.

Zwischen 2011 und 2024 wurden verschiedene Arbeitsgruppen gegründet, darunter die AG junge angehende Evaluator:innen (Swiss JEE, 2019), die Arbeitsgruppe Tessin (2020), die Arbeitsgruppe Ausschreibungen (2021) um nur drei zu nennen. Am Beispiel der Swiss JEE zeigt sich die Dynamik der Freiwilligkeit besonders gut: Die Arbeitsgruppe setzt sich für die Stärkung ihrer Mitglieder innerhalb der Evaluationsgemeinschaft ein und möchte ihnen den Einstieg in die Berufspraxis erleichtern. Dies ist ein starkes Motiv für ein Engagement. Gleichzeitig leistet die Arbeitsgruppe einen wichtigen Beitrag dazu, das Reservoir an qualifizierten Fachkräften zu vergrössern, wovon letztlich alle Mitglieder der SEVAL profitieren.

Die SEVAL setzt sich jedoch der Gefahr einer Schrumpfung aus, wenn nicht mehr die Freiwilligkeit, sondern die Verpflichtung im Zentrum steht. Dies geschieht dann, wenn die Mitglieder primär Erwartungen an die SEVAL formulieren, gleichzeitig aber wenig Anreize verspüren, sich selbst freiwillig zu engagieren, sei es am Kongress, in den Arbeitsgruppen oder durch eigene neue Ideen. Dies war am Kongress 2019 zur Zukunft der SEVAL deutlich spürbar: Die Idee, die SEVAL stärker als Fachverband zu positionieren und beispielsweise Zulassungskriterien für den Evaluationsberuf zu definieren, wurde teilweise als diskussionswürdig erachtet. Eine stärkere regulatorische Rolle der SEVAL bei der Professionalisierung ihrer Mitglieder wurde jedoch skeptisch beurteilt. Nicht zuletzt deshalb, weil der SEVAL dafür die notwendigen Einfluss- und Durchsetzungsmöglichkeiten fehlen und auch in absehbarer Zeit fehlen werden.

Die SEVAL wird aus meiner Sicht in Zukunft erfolgreich sein, wenn ihre Mitglieder einen konkreten Nutzen in der Mitgliedschaft erkennen und sich deshalb freiwillig engagieren. Entscheidend ist dabei, dass sie Freiheit hinsichtlich Umfang und Form ihres Engagements geniessen. Ich wünsche mir, dass diese Freiheit auch künftig erhalten bleibt. Dann bin ich überzeugt, dass der SEVAL weitere 30 erfolgreiche Vereinsjahre bevorstehen.

Stefan Rieder
Vorstandsmitglied der SEVAL von 2011 bis 2024, Präsident von 2018 bis 2024

Foto: Interface


Evaluation ohne Fachjargon

In dieser didaktischen Reihe, die auf LinkedIn und auf unserer Website veröffentlicht wird, gehen wir zentralen Fragen rund um Evaluation nach. Heute widmen wir uns der Frage: Was ist eigentlich eine Evaluation? Ein herzliches Dankeschön an Philippe Zogg für seinen Beitrag.

Was sind Evaluationen?

Regierungen, Bildungsinstitutionen, NGOs – alle wollen Wirkung erzielen: mit Programmen, Projekten und Aktivitäten. Doch woher wissen sie, ob das, was sie tun, tatsächlich etwas bewirkt? Genau hier setzt Evaluation an.

Evaluation verbindet wissenschaftliche Methoden mit praxisrelevanten Fragestellungen. Sie analysiert Ziele, Umsetzung und Wirkungen und macht sichtbar, ob eine Massnahme wirksam, zweckmässig und effizient ist – und unter welchen Bedingungen.

Evaluation bedeutet hinschauen, zuhören, hinterfragen. Sie macht sichtbar, was funktioniert – und was nicht. Sie gibt Zahlen eine Bedeutung und Erfahrungen eine Stimme. Und sie schafft Lernräume: für Organisationen, Verwaltungen, Politik und Gesellschaft.

Evaluation ist meist kein Kontrollinstrument, sondern ein Werkzeug für Weiterentwicklung. Sie hilft, Erfolge zu erkennen, Fehler ernst zu nehmen und Entscheidungen besser abzustützen. Und sie stärkt das Vertrauen, indem sie Transparenz ermöglicht und die Basis für eine gemeinsame Reflexion bildet.

In einer komplexen Welt braucht es mehr als Meinungen. Es braucht Wissen, Reflexion und Offenheit für unterschiedliche Perspektiven.

 Evaluation macht Wirkung sichtbar – und Lernen möglich.

Aktualitäten aus den Arbeitsgruppen 

Gemeinsame SEVAL – LLC Veranstaltung: Reclaiming Truth 

Am 25. März 2026 empfingen das Lifelong Learning Center der Universität Bern und die SEVAL Janet Clinton, Professorin für Evaluation an der Universität Melbourne, sowie Michel Huissoud, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle und Verwaltungsratspräsident des Magazins Republik, zu einem Abend über die Bedeutung der Evaluation in modernen Demokratien.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der SEVAL statt.

Hier geht es zum Rückblick auf die Veranstaltung.

Ein hochkarätiges Podium vor einem gebannten Publikum. Von links nach rechts: Stefanie Krapp, Organisatorin und Moderatorin der Veranstaltung, Michel Huissoud, ehemaliger Direktor der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Janet Clinton, Professorin für Evaluation an der Universität Melbourne, Wolfgang Beywl, Professor an der FHNW, und Laurent Crémieux, Präsident der SEVAL.


SwissJEE : Praxislabor

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der SEVAL fand am 28. April das erste Treffen der SwissJEE bei Ecoplan statt. Das Format des Praxislabors bot jungen, aufstrebenden Evaluatorinnen und Evaluatoren die Gelegenheit, sich auszutauschen und ihre Arbeit in der Praxis zu reflektieren.
Drei Referent:innen teilten ihre Erfahrungen:

  • Carmen Steg (Ecoplan) stellte die Evaluation der Biodiversitätsstrategie des Kantons St. Gallen vor.
  • David Fischer (Interface) beleuchtete die Evaluation über die Transparenzregeln betreffend die Politikfinanzierung auf nationaler Ebene.
  • Nico Granitzer (EFK) skizzierte das Vorgehen für eine Evaluation zum Thema Qualitätssicherung von Daten und Prognosen im Gesetzgebungsprozess, welche die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) im Auftrag des Bundesrats durchführt.

Claudia Peter (Ecoplan), Mitglied des SEVAL-Vorstands, führte in die Veranstaltung ein, die von Julia Lehmann (Ecoplan) und Julián Salazar (Universität Bern) moderiert und organisiert wurde.

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe SwissJEE findet am 4. November an der Universität Bern statt: ein Methodenlabor – das zweite Format der Arbeitsgruppe.

Julián Salazar (Universität Bern), Julia Lehmann (Ecoplan) und Claudia Peter (Ecoplan) beim Praxislabor SwissJEE


AG Svizzera Italiana: Ein gelungener Austausch zur Evaluationskultur im Tessin

Am 7. Mai organisierte die Arbeitsgruppe Svizzera Italiana in Bellinzona die Veranstaltung «Farmi valutare: ma da chi? Ma perché?». Rund 30 Teilnehmende folgten der Einladung und tauschten sich über die Bedeutung und den Mehrwert von Evaluationen sowie über die Evaluationskultur im Tessin aus.

Nach der Begrüssung durch Mélanie Attinger, Vorstandsmitglied der SEVAL, erwarteten die Teilnehmenden spannende Impulse, Praxisbeispiele sowie Gelegenheiten für den gemeinsamen Austausch. Besonders die abschliessende Podiumsdiskussion förderte den Dialog zwischen den Teilnehmenden und Fachpersonen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Der Anlass endete mit einem Apéro, bei dem die Diskussionen in informeller Atmosphäre fortgesetzt und das Networking gepflegt wurden.

Veranstaltung «Farmi valutare: ma da chi? Ma perché?» der Arbeitsgruppe Svizzera italiana

GREVAL-Plenum: Evaluation von Mobilitätsprojekten

Am 11. Juni fand das Plenum des GREVAL, der Westschweizer Evaluationsgruppe der SEVAL, zum Thema Evaluation von Mobilitätsprojekten statt. Rund dreissig Personen nahmen an diesem Abend teil, der von einem regen Austausch geprägt war.

Hier geht es zum Rückblick in Bildern.

Teilnehmende am GREVAL-Plenum zum Thema Evaluation von Mobilitätsprojekten: Joël Vetter Alain Jarne Christian Liaudat Sandra PirizEtienne Mounir Eric Moachon Nathalie-Raya Etter Rima Bey Caroline Jacot-Descombes Cornelia Hänsli Marrei


AG Evaluationsstandards | 10 Jahre revidierte SEVAL-Standards

Vor 10 Jahren, am Jubiläumskongress «20 Jahre SEVAL» 2016 in Basel, hat die Mitgliederversammlung eine Neufassung der SEVAL-Standards verabschiedet. Die Arbeitsgruppe Evaluationsstandards hatte in dreijähriger Arbeit und unter Einbezug vieler Evaluationsfachpersonen aus der SEVAL die seit 2001 bestehenden Standards einer Revision unterzogen. Die bewährten Inhalte der Standards wurden in eine neue Form überführt und teilweise ergänzt und aktualisiert. 2017 erschienen die ebenfalls revidierten Erläuterungen zu den Standards.

In den letzten 10 Jahren haben sich die SEVAL und die Arbeitsgruppe Evaluationsstandards darum bemüht, die revidierten Standards bekannt zu machen und ihre Anwendung zu fördern. Sie werden auf der SEVAL-Website prominent präsentiert und sind als Papierbroschüre oder pdf-Datei in vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch) verfügbar. Die Standards und Vorschläge, wie sie zur Qualitätssicherung in Evaluationsprojekten genutzt werden können, wurden an verschiedenen Veranstaltungen von SEVAL-Arbeitsgruppen (Swiss JEE, Dialogversanstaltungen) und des Netzwerks Evaluation der Bundesverwaltung, in Kursen oder Universitätsvorlesungen vorgestellt. Sie flossen unter anderem auch in den neuen Leitfaden zur Wirksamkeitsüberprüfung des Bundes ein. Die Standards bilden auch eine wichtige Grundlage für die Tätigkeit der Beratungsstelle.

Laut Befragungen sind die SEVAL-Standards breit bekannt. Sie bilden für viele Evaluationsfachpersonen einen wichtigen Orientierungsrahmen bei ihrer Tätigkeit. Ihre Nutzung zu verschiedenen Zwecken hat sich zwischen 2012 und 2024 intensiviert.

Pünktlich auf den 10. Jahrestag der Revision wird ein Buch über die praktische Anwendung der SEVAL-Standards erscheinen. Die vorwiegend von Autorinnen und Autoren aus der Evaluationspraxis verfassten Beiträge behandeln grundsätzliche Fragestellungen rund um die Standards, präsentieren Beispiele der praktischen Anwendung oder setzen sich mit einzelnen Standards auseinander. Das Buch soll im Herbst 2026 publiziert und an einer Veranstaltung vorgestellt werden – weitere Informationen folgen.

Christian Rüefli, Büro Vatter / AG Evaluationsstandards


AG Kompetenzen | Überarbeitung der Kompetenzrahmen für Evaluator:innen und Evaluationsmanager:innen

Die Arbeitsgruppe Kompetenzen überarbeitet im Auftrag des SEVAL Vorstands die Kompetenzanforderungen für Evaluator:innen  (2012) sowie den Kompetenzrahmen für Evaluationsmanager:innen (2014). Ziel ist es, die bestehenden Grundlagen an aktuelle Entwicklungen und Anforderungen der Evaluationspraxis anzupassen. Dabei sollen insbesondere die Relevanz der Kompetenzrahmen sichergestellt, ihre Praxisnähe und Anwendbarkeit gestärkt sowie ihre Nutzung in Kommunikation, Aus- und Weiterbildung gefördert werden. Darüber hinaus sollen die Dokumente die Reflexion und Weiterentwicklung individueller Kompetenzen unterstützen und zur weiteren Professionalisierung der Evaluation beitragen.

Die Überarbeitung erfolgt partizipativ: In den kommenden Monaten werden SEVAL-Mitglieder und weitere Stakeholder über verschiedene Formate in den Prozess einbezogen. Ein erster Austausch findet am SEVAL-Kongress statt. Im Rahmen eines Methodenateliers sind die Teilnehmenden eingeladen, Rückmeldungen zu den grundlegenden Prinzipien der Überarbeitung sowie zu den bisher durchgeführten Analysen – etwa zum Vergleich bestehender Kompetenzrahmen und zu aktuellen Entwicklungen im Evaluationsfeld – einzubringen. Zudem bietet das Atelier Raum, Ideen und Perspektiven für die zukünftige Ausgestaltung der Kompetenzrahmen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Konsultationen fliessen in die weitere Ausarbeitung der Kompetenzrahmen ein. Über den Fortschritt des Projekts und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten wird die AG Kompetenzen die Mitglieder laufend informieren.

Für die AG Kompetenzen: Stefanie Krapp


AG KI | KI in der Verwaltung – Impulse von der DeGEval-Frühjahrstagung 2026 in Wien

Am 21. und 22. Mai 2026 trafen sich Evaluierende, Verwaltungsvertreterinnen und Forschende am Campus Wien zur Frühjahrstagung der DeGEval-Arbeitskreise. Im Zentrum stand die Frage, wie generative KI Evaluationspraxis und öffentliche Verwaltung verändert – und welche methodischen, ethischen und organisationalen Anforderungen daraus erwachsen.

Zwischen Effizienzversprechen und Verantwortungsdiffusion

Prof. Ulrich Lenz machte deutlich: KI ist weit mehr als ein IT-Projekt. Sie verändert Informationsverarbeitung, Entscheidungsprozesse und Machtstrukturen in Organisationen. Der EU AI Act verortet die Letztverantwortung beim Menschen – doch was das konkret bedeutet, wenn Systeme wie Palantirs AIP autonom Planungen erstellen, bleibt offen. Fazit: «Responsible AI» gelingt nur mit umfassender KI-Kompetenz bei den Anwenderinnen und Anwendern.

Digitale Souveränität in der öffentlichen Verwaltung

Ein Marktplatz an GenKI-Systemen entsteht parallel: LLMoin (Hamburg), F13 (BW), NRW.Genius, BärGPT, KIPITZ des Bundes. Die Herausforderung liegt darin, Souveränität zu wahren, ohne Ressourcen zu verschleudern – und Sprachmodelle austauschbar zu halten, solange die grossen LLMs weiterhin aus den USA oder China stammen.

Werkstattberichte aus der Praxis

DEval, Fraunhofer und die Hochschulevaluation berichteten über eigene Anwendungen – von der Klassifikation von 25’000 Projektbeschreibungen bis zur automatisierten Kausalanalyse. Zeitgewinn ja, aber mit Nebenwirkungen: Datenschutzfragen, Entfremdung von der eigenen Arbeit, «AI-Slop» und der Druck der Auftraggebenden («das muss doch günstiger gehen») wurden kontrovers diskutiert.

Und jetzt?

Prof. Jan Hense schloss mit einer Standortbestimmung: KI trifft die Evaluation zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt – zwischen Professionalisierung und «anyone can do it».

Werkzeuge einführen, Prompts optimieren, Datenschutzchecklisten abhaken – all das reicht nicht. Wer die Qualität von Evaluation erhalten will, kommt an einer grundlegenderen Frage nicht vorbei: Wie müssen sich Organisationen selbst verändern, um mit generativer KI die Qualität der Evaluationen überhaupt noch sichern zu können?

Genau dieser Frage gehe ich in meinem Essay im nächsten SEVAL Flash nach – mit einer These, warum punktuelle KI-Adoption ins Leere läuft und weshalb es eine strategische Transformation der Organisationen braucht, damit Evaluation ihrem Anspruch weiter gerecht wird. Bleibt dran.

Kerstin Schwarz / AG KI

 

Aus- und Weiterbildung

CAS Evaluation | Universität Bern

Im März 2027 startet der nächste CAS Evaluation am Lifelong Learning Center (LLC) der Universität Bern. Weitere Informationen finden Sie hier.


MiCAS Evaluation von Hochschulweiterbildungen

Das Lifelong Learning Center (LLC) der Universität Bern bietet am 1. und 2. Dezember 2026 ein Mikrozertifikat zur Evaluation von Hochschulweiterbildungen an. Weitere Informationen finden Sie hier.

Save the date

AG Hochschulentwicklung und Evaluation | «Umgang mit kritischen, evaluationsbezogenen Einflussnahmen im Hochschulbereich»

Workshop | 27. August 2026, HETS Fribourg

Die SEVAL AG Hochschulentwicklung und Evaluation organisiert am Donnerstag, 27.08.2026, an der HETS Fribourg – unmittelbar vor dem SEVAL-Kongress – eine Veranstaltung.

Thema: Umgang mit kritischen, evaluationsbezogenen Einflussnahmen im Hochschulbereich.

Verantwortlich für die Veranstaltung sind Tanja P. Schnoz-Schmied und Jennifer Hofmann, Co-Leitende der SEVAL AG Hochschulentwicklung und Evaluation.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Anmeldung und vollständige Beschreibung finden Sie hier.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!