Newsletter no. 48, Oktober 2026


Liebe Leserinnen und Leser

Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen des Kongresses zum 30-jährigen Jubiläum der SEVAL beigetragen haben! Dieses Jubiläum hat die Vielfalt unseres Vereins eindrücklich gezeigt: mit bereichernden Diskussionen und unterschiedlichen Perspektiven auf unsere Disziplin, und zugleich mit einem Blick auf die Entwicklungen und Herausforderungen, die vor uns liegen.

Ihre zahlreichen Kommentare und positiven Rückmeldungen ermutigen uns und spornen uns an, uns weiterzuentwickeln.

Ihr Engagement und Ihre Teilnahme zeugen von einem Gefühl der Identifikation und der Zugehörigkeit zu DER grossen Familie der Evaluation: ein Gefühl, das wir pflegen müssen, denn es ist unerlässlich, um Ihren Verein lebendig zu halten und voranzubringen.

Danke auch für Ihr Vertrauen, das Sie mit der Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder sowie mit der Wahl von zwei neuen Mitgliedern, Julia Lehmann und Oliver Bieri, zum Ausdruck gebracht haben. Wir werden die Umsetzung der 2025 verabschiedeten Strategie nun verstärkt vorantreiben.

Das lang erwartete Vademecum zum Verhältnis zwischen Auftraggebenden und Auftragnehmenden ist ab sofort auf unserer Website verfügbar. Dieses wichtige Dokument, das auf konkreten Erfahrungen beruht, bietet praktische Hinweise zu Ausschreibungen. Allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe «Ausschreibungen», die an seiner Ausarbeitung mitgewirkt haben, danke ich ganz herzlich.

Zögern Sie nicht, es bekannt zu machen und in Ihrem Umfeld weiterzuverbreiten. Über die praktischen Empfehlungen hinaus ist dieses Dokument ein wichtiger Hebel, um das gegenseitige Verständnis zwischen Auftraggebenden und Auftragnehmenden zu verbessern – und damit auch die Qualität von Evaluationen.

Das Jahr ist noch lange nicht vorbei! In den kommenden Monaten erwarten uns noch mehrere Veranstaltungen, darunter die Vernissage des Buches «Evaluationsstandards in der Praxis – Erfahrungen aus der Schweiz», das aus der langjährigen Arbeit der Arbeitsgruppe Standards hervorgegangen ist. Eine schöne Leistung, die ich besonders würdigen möchte: Bravo an alle, die dazu beigetragen haben!

Viel Vergnügen beim Lesen und einen schönen Herbst!

Laurent Crémieux
Präsident der SEVAL

Inhalt

Aktuelles von der SEVAL

SEVAL-Kongress 2026: Rückblick

Was für ein Erfolg! Rund 140 Personen trafen sich am SEVAL-Kongress 2026 an der HETS Freiburg. In dieser Jubiläumsausgabe stand das Thema «Evaluation und Lobbying» im Zentrum: Diskutiert wurde, wie Evaluation mit Interessenvertretung und Einflussnahme umgeht.

Mehr dazu hier.


Die SEVAL damals, heute und künftig – Gastbeitrag von Emmanuel Sangra

Unsere berufliche Identität fördern und unsere Kompetenzen stärken

Hier mein kleiner Beitrag anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der SEVAL, einer Gesellschaft, für die ich mich während fast meiner gesamten beruflichen Laufbahn mit grosser Freude engagiert habe: neun Jahre als Präsident und sechs Jahre als Mitglied des Gründungsvorstands…

Unser Beruf gehört zu den anspruchsvollsten und zugleich spannendsten überhaupt! Interdisziplinarität, Beherrschung der Methoden, ein differenziertes Verständnis des öffentlichen Handelns, an der Schnittstelle von wissenschaftlicher Strenge, öffentlichem Interesse und demokratischer Verantwortung, sowie die Fähigkeit, nützliche Ergebnisse zu erzielen … Es handelt sich um einen jungen und wenig normierten Beruf. In diesem Kontext spielt die SEVAL eine zentrale Rolle. Sie muss ihre Mitglieder gleichzeitig dazu anspornen, ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln, ihre Interessen vertreten und die Glaubwürdigkeit des Berufsstandes sicherstellen.

Die SEVAL hat unsere berufliche Identität auf sympathische und wirksame Weise gestärkt

Die vergangenen dreissig Jahre waren von einer kontinuierlichen Zunahme des Einsatzes von Evaluationen geprägt, insbesondere auf Ebene des Bundes und in bestimmten Bereichen der Kantone. Die SEVAL hat dabei eine wesentliche Rolle gespielt, indem sie aufgezeigt hat, dass unser Beruf strukturiert ist, auf anerkannten Standards beruht und durch ein Weiterbildungsangebot unterstützt wird. Gleichzeitig schreibt sie keinen spezifischen Ausbildungsgang für den Zugang zum Beruf vor. In den vergangenen dreissig Jahren war der Berufsstand weder mit grösseren Infragestellungen von aussen noch mit tiefgreifenden internen Meinungsverschiedenheiten über seine Definition und Anforderungen konfrontiert. Ein Verdienst der SEVAL besteht darin, dass es ihr gelungen ist, sehr unterschiedliche Mitglieder zusammenzubringen, sowohl hinsichtlich ihres akademischen Werdegangs als auch ihrer institutionellen Rolle: seien es Auftraggebende, Auftragnehmende oder Lehrende. Hinzu kommt die Freude, sich an hochkarätigen Kongressen und in engagierten Arbeitsgruppen zu treffen. Die SEVAL zeichnet sich auch durch eine Gemeinschaft von Mitgliedern aus, die oft bereits seit vielen Jahren im Bereich der Evaluation tätig sind.

Den Austausch über Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz fördern

Es ist klar, dass die künstliche Intelligenz über ein beträchtliches Potenzial verfügt, denn sie ermöglicht es uns, mehr Zeit für das aufzuwenden, was im Zentrum unseres Berufs steht. Sie ermöglicht es uns zudem, bei vorgeschlagenen Ansätzen ambitionierter vorzugehen. Die Zeitgewinne sind erheblich und übersteigen häufig den Zeitaufwand, der für die notwendige Überprüfung der generierten Ergebnisse erforderlich ist. Die Kompetenzen in diesem Bereich zu stärken und miteinander zu teilen, ist eine wichtige aktuelle Herausforderung für die SEVAL.

Der Gefahr einer Bürokratisierung entgegenwirken

Der Einsatz von Evaluationen hat sich stark entwickelt, hin zu einem Punkt, an dem einige die Gefahr einer Bürokratisierung sehen. Evaluationen werden mitunter weniger aus dem Wunsch heraus in Auftrag gegeben, etwas zu lernen, als vielmehr zur Legitimierung oder weil sie zu einem Standard guter Governance geworden sind. Die Ausschreibungsverfahren sind aufwändig. In diesem Kontext kann die SEVAL eine wichtige Rolle darin spielen, Auftraggebende dazu ermutigen, die Prozesse zu vereinfachen, präzise Fragen zu formulieren, die auf konkrete Verbesserungen abzielen, und den Auftragnehmenden zugleich Freiheit bei der Wahl der anzuwendenden Methoden zu lassen. Auch die Möglichkeit, Evaluationsfragen vorzuschlagen oder anzupassen, erscheint mir wünschenswert.

Uns wieder auf das Wesentliche unseres Berufs besinnen

Die SEVAL sollte uns dazu anspornen, uns wieder stärker auf das zu konzentrieren, was unseren Beruf ausmacht: ein Werturteil über die Wirkungen und die Umsetzung einer Politik, einer Massnahme oder eines Programms abzugeben. Unsere Berichte enthalten immer mehr Informationen und vermischen häufig Fakten und Beurteilungen. Es gilt, sich zu fragen, weshalb wir uns häufig mit Beschreibungen und Feststellungen zufriedengeben, ohne diese zu bewerten. Fundierte Feststellungen, ergänzt durch eine kurze Einschätzung ihrer Bedeutung und der Notwendigkeit zu handeln, beweisen unsere Rolle als Evaluatorin oder Evaluator klar!

Meine besten Wünsche an die SEVAL für die kommenden dreissig Jahre!

Emmanuel Sangra
Präsident der SEVAL von 2010 bis 2018 und Mitglied des Gründungsvorstands von 1996 bis 2002


Evaluation ohne Fachjargon

In dieser didaktischen Reihe, die auf LinkedIn und auf unserer Website veröffentlicht wird, gehen wir zentralen Fragen rund um Evaluation nach. Heute widmen wir uns der Frage: Was ist der Nutzen von Evaluationen? Ein herzliches Dankeschön an Philippe Zogg für seinen Beitrag.

Was ist der Nutzen von Evaluationen?

Evaluationen schaffen Orientierung dort, wo Entscheidungen komplex sind und unterschiedliche Erwartungen aufeinandertreffen. Ein zentraler Nutzen liegt darin, Wirkung sichtbar zu machen: Sie zeigen auf, ob Programme, Projekte oder Massnahmen ihre Ziele erreichen – und warum oder unter welchen Bedingungen dies gelingt.

Evaluationen liefern damit eine fundierte Grundlage für bessere Entscheidungen. Sie unterstützen Planung und Steuerung, helfen beim gezielten Einsatz knapper Ressourcen und ermöglichen es, Massnahmen weiterzuentwickeln statt sie nur fortzuführen oder zu beenden.

Ein weiterer wichtiger Nutzen liegt im Lernen. Evaluationen machen Annahmen explizit, hinterfragen bestehende Routinen und fördern den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren. So entsteht Wissen, das über den Einzelfall hinauswirkt und Organisationen langfristig stärkt.

Nicht zuletzt tragen Evaluationen zur Transparenz und Rechenschaft bei. Sie erhöhen die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und stärken damit das Vertrauen in Politik, Verwaltung und Organisationen.

Evaluationen helfen, Wirkung zu verstehen, Entscheidungen zu verbessern und Lernen zu ermöglichen.


Die SEVAL begrüsst neue Vorstandsmitglieder

Die bisherigen Mitglieder Claudia Peter und Julia Rickenbacher traten aus dem Vorstand zurück, neu gewählt wurden Julia Lehmann und Oliver Bieri. Wir danken Claudia Peter und Julia Rickermann herzlich für ihr Engagement im SEVAL-Vorstand. Herzlich willkommen Julia und Oliver!

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Herzlichen Glückwunsch an Oto Potluka, den Preisträger des Prix SEVAL 2026!

Am SEVAL-Jahreskongress vomFreitag, 28. August, hat die Jury des Prix SEVAL den diesjährigen Preisträger Dr. Oto Potluka (Universität Basel) ausgezeichnet. Prämiert wurde sein gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen verfasster Artikel mit dem Titel «Evaluation of artificial intelligence-enhanced critical infrastructure systems: A conceptual framework», der in der Zeitschrift Evaluation erschienen ist.

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Pirmin Bundi, Oto Potluka, Marion Baud-Lavigne


Bewerbungsfrist für das Stipendium zur Nachwuchsförderung in der Evaluation offen!

Auch dieses Jahr können sich interessierte junge und angehende Fachleute auf das Stipendium bewerben. Kennen Sie junge Nachwuchstalente? Dann zögern Sie nicht, sie zur Bewerbung auf das Stipendium einzuladen!

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Stipendium zur Nachwuchsförderung: Erfahrungsberichte

Andrine Römer: Interview hier.

Eve-Eugénia Cotton: Interview hier.

Save the date

26.-30.10.2026, Lille (FR) – EES Biennal Conference: Evaluation for Vibrant Democracy

Die 16. Konferenz der Europäischen Evaluationsgesellschaft EES findet vom 26.-30. Oktober 2026 in Lille, Frankreich statt. Mehr Informationen hier.

04.11.2026, Uni Bern – SwissJEE-Methodenlabor zur QCA

Info und Anmeldung hier.

26.11.2026, Uni Bern – Buchvernissage «Evaluationsstandards in der Praxis – Erfahrungen aus der Schweiz»

Info und Anmeldung hier.