

Liebe Leserin, lieber Leser
Diese Sonderausgabe des Newsletters blickt auf die prägenden Etappen der SEVAL seit ihrer Gründung vor 30 Jahren zurück.
Der aufschlussreiche Beitrag von Andreas Balthasar zeigt, wie es der SEVAL von Anfang an gelungen ist, vielfältige Perspektiven im Dienst einer nützlichen Evaluation zusammenzuführen – ganz so, wie es die Disziplin in der Praxis ist: eine strenge, anspruchsvolle, aber auch für das politische Leben und die Gesellschaft als Ganzes unverzichtbare Übung.
Dieses Jubiläum ist auch Anlass, die Rolle der SEVAL und unser Engagement zu beleuchten, um die Evaluationskultur in der Schweiz und darüber hinaus bekannter zu machen und zu stärken.
Der Jahreskongress bleibt ein zentrales Highlight unserer Aktivitäten, wie Ihre zahlreichen Rückmeldungen zeigen. Der Kongress 2026 ist dem Thema Lobbying und Evaluation gewidmet. Er dreht sich um die Interessensvertretung in Evaluationsprozessen und der Nutzung von Ergebnissen.
Dieses Jahr werden mehr Workshops und Ateliers in den Vordergrund gerückt: Es steht Ihnen eine grosse Auswahl zur Verfügung! Ein besonderer Event wird ausserdem einen Rückblick auf die Vergangenheit werfen und Perspektiven für die Zukunft der SEVAL skizzieren.
Das detaillierte Programm finden Sie hier und ich lade Sie ein, es zu teilen: Melden Sie sich an und empfehlen Sie es weiter!
Ich freue mich darauf, Sie Ende August in Freiburg wiederzusehen.
Laurent Crémieux
Präsident der SEVAL
SEVAL-Kongress 2026
Der SEVAL-Jahreskongress 2026 wird am Donnerstag, 27. und Freitag, 28. August 2026 an der HETS Freiburg stattfinden. Der Kongress widmet sich dem Thema “Evaluation und Lobbying: Wie geht Evaluation mit Interessenvertretung und Einflussnahme um?” und feiert gleichzeitig das 30-jährige Bestehen der SEVAL.
Am Donnerstag, 27. August finden die Generalversammlung der SEVAL und 12 spannende Methodenateliers statt, gefolgt von einem feierlichen Abendprogramm zum 30. Jubiläums der SEVAL.
Der Freitag, 28. August, bietet unter anderem folgende Highlights:
- Thomas Gees läutet den Kongress mit einer thematischen Einführung ins Thema Evaluation und Lobbying
- Thomas Delahais präsentiert die Ergebnisse einerim Vorfeld durchgeführten Umfrage zu unterschiedlichen Typen von Evaluatorinnen und Evaluatoren.
- Sechs Workshops beleuchten die Unabhängigkeit und Einflussnahme auf Evaluation aus unterschiedlichen Blickwinkeln
- Susanne Hadorn blickt auf den Jahreskongress 2016 zum Thema der Unabhängigkeit der Evaluation und die Entwicklungen der letzten 10 Jahre zurück.
- Am runden Tisch zur Nutzung von Evaluationsresultaten und dem Risiko der Instrumentalisierung diskutieren Céline Mavrot, Jean-François Steiert und Reto Wiesli
- Laurent Crémieux widmet sich in der Abschlussrede der Frage der Interessenvertretung durch die SEVAL
- Während dem Apéro zu Kongressende werden zuvor gesammelte Beiträge der Teilnehmenden und SEVAL-Mitgliedern zu 30 Jahre SEVAL zusammengefasst
Hier geht es zum Kongress Programm.
Die Anmeldung ist geöffnet: Link.
30 JAHREN SEVAL
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte… Wir haben das Sprichwort beherzigt und drei Jahrzehnte SEVAL für Sie in einem Bild festgehalten.

Timeline #SEVAL30 DE (PDF Download)
Seit 1996 bis heute hatte die SEVAL 15 Arbeitsgruppen (AG) zu unterschiedlichen Themen. Elf davon sind heute aktiv, mit insgesamt über 200 AG-Mitgliedern. Die älteste noch aktive AG ist die AG Evaluationsstandards, welche 1997 ihre Arbeit aufnahm und 2001 die erste Fassung der Evaluationsstandards publizierte. Nach einer kurzen Pause wurde die AG 2010 wieder eingeführt und veröffentlichte 2016 eine revidierte Version der Standards – welche dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiern!

Timeline Arbeitsgruppen #SEVAL30 (PDF Download)
Warum fasziniert mich die Politikevaluation nach wie vor?
Kürzlich wurde mir an einer Veranstaltung die Frage gestellt, an wie vielen Evaluationen ich in den letzten 35 Jahren eigentlich mitgewirkt habe. Waren es 500, 600 oder gar mehr? Ich weiss es nicht – und letztlich spielt es auch keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr: Die Durchführung von Evaluationen fasziniert mich noch immer. Warum eigentlich?
Ist es die politische Relevanz von Evaluationen? Die Tatsache, dass ihre Ergebnisse konkrete Entscheidungen beeinflussen können? Oder ist es die methodische Komplexität, die sie anspruchsvoll und zugleich reizvoll macht? Vielleicht liegt es auch daran, dass es zwar etablierte Qualitätsstandards und theoretische Grundlagen gibt – jedoch keine einfachen Rezepte für die Praxis? Oder ist es der Umstand, dass jede Evaluation danach verlangt, neu gedacht und sorgfältig auf ihren jeweiligen Kontext zugeschnitten zu werden? Ist es das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Kunst, in welchem sich Evaluation stets bewegt?
Der besondere Reiz könnte auch darin liegen, dass Evaluationen häufig komplexe Massnahmen beurteilen, deren Wirkungen nur schwer greif- und messbar sind. Oder darin, dass sie ein hohes Mass an wissenschaftlicher Strenge erfordern – bei gleichzeitiger Sensibilität im Umgang mit den betroffenen Menschen. Ist ist dieser Balanceakt zwischen analytischer Präzision und menschlichem Feingefühl, der die Evaluationsarbeit zwar anspruchsvoll aber zugleich auch anziehend macht?
Vielleicht erklärt sich meine langjährige Faszination auch dadurch, dass Evaluationen stets unterschiedliche Perspektiven zusammenführen müssen – jene von Politik, Verwaltung und Betroffenen gleichermassen? Ist es der Umstand, dass Evaluationen danach verlangen, divergierende Interessen sorgfältig abzuwägen, ohne dabei die wissenschaftliche Objektivität zu kompromittieren? Dass Evaluationen einen gut gefüllten „Rucksack“ an fachlichen Kenntnissen und Erfahrungen brauchen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden? Oder liegt die Motivation in der Neugier begründe, immer wieder neue Fragen zu stellen und vermeintlich Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen?
Möglicherweise ist es aber auch das übergeordnete Ziel, einen Beitrag zu leisten – zu einem besseren, wirksameren und effizienteren politischen Handeln.
Wahrscheinlich ist es die Summe all dieser Aspekte, die meine Begeisterung für Evaluation über all die Jahre getragen hat – und es weiterhin tut. Ebenso ist es das Zusammenspiel von Interessen, Kompetenzen, Ideen und Erfahrungen, das die Attraktivität der SEVAL ausmacht. Dieses Zusammenspiel hat die SEVAL während meiner Präsidentschaft geprägt – und es ist zugleich das, was sie bis heute lebendig hält und, so hoffe ich, auch in Zukunft weiter vorantreiben wird.
Andreas Balthasar
Präsident der SEVAL 2000-2007

Andreas Balthasar (Foto: Interface)
Was für ein Evaluator, was für eine Evaluatorin sind Sie?
Welche Werte prägen Ihre Evaluationspraxis? Anhand einiger Situationen aus dem Evaluationsalltag lädt Sie dieser kurze Fragebogen dazu ein, über Ihre berufliche Haltung nachzudenken.
Die Umfrage wird im Rahmen des SEVAL-Kongresses 2026 durchgeführt, der dem Thema «Evaluation und Lobbying: Wie geht Evaluation mit Interessenvertretung um?» gewidmet ist. Die Ergebnisse werden in die Diskussionen des Kongresses einfliessen.
⏱ Dauer: 5 bis 10 Minuten
🔒 Vollständig anonym
📅 Diskussion der Ergebnisse am SEVAL-Kongress vom 28. August 2026
👉 Umfrage
Die SEVAL mit Ihren Worten
Zu Beginn dieses Jahres haben wir die SEVAL-Mitglieder gebeten, uns ihre Stimmen darüber mitzuteilen, was der Verband für sie bedeutet. Hier sind einige Auszüge. Herzlichen Dank an alle, die geantwortet haben: Ihre Beiträge berühren uns und inspirieren uns für die Zukunft!
Was bedeutet die SEVAL für Sie und für die Evaluation in der Schweiz?
- Die SEVAL ist meine berufliche Grossfamilie: Es gibt Mitglieder, die stehen mir nah und teilen viele meiner alltäglichen Herausforderungen, andere sind in ganz anderen Kontexten tätig, und dennoch verbindet uns ein Grundinteresse an der Evaluation und gibt es ein gewisses Vertrauen.
- Ohne die SEVAL wäre die Evaluation in der Schweiz sicherlich schwächer, allenfalls auch gänzlich unsichtbar.
- Möglichkeit, mich zu vernetzen, Neues lernen – die Möglichkeit für reflektiertere Evaluationen.
- Eine zuverlässige Drehscheibe für alle Evaluationsinteressierten.
- Eine starke Fachgesellschaft, die die Fachlichkeit von Evaluation in der Gesellschaft fördert und stützt…
- Ein Bezugspunkt für die Evaluation in der Schweiz: für Standards, Praktiken und Beratung. Und ein Ort, wo man kompetente Leute treffen kann und sich mit ihnen austauschen kann.
- Die SEVAL ist der Player in der Schweiz betreffend Entwicklung/Weiterentwicklung von Qualitätsstandards in Evaluationen und dient als Netzwerk für Auftragnehmer, Auftraggeber, Politik und Forschung.
- Ein Netzwerk zu haben von Leuten, die sich für ähnliche Dinge – Evaluation, Politik und sozialwissenschaftliche Methoden – interessieren. Für die Evaluation in der Schweiz hat die SEVAL eine Professionalisierung gebracht.
- Ich erhalte spannende Einblicke in verschiedene Aspekte von Evaluation. Das hilft mir für die fachliche Fundierung und Entwicklung meiner Arbeit.
- Eine Organisation, die den Austausch fördert, Entwicklungen verfolgt und als eine Art Dachverband fungiert.
- Eine Referenzplattform und ein Netzwerk zentraler Akteure.
- Die SEVAL ist DIE Organisation für die Evaluations-Community in der Schweiz!
- Fachforum, Austausch und Vernetzung zu aktuellen Themen und Herausforderungen in der Politik- und Programmevaluation.
- Die SEVAL ist mein Berufsverband!
- Die jährlichen Kongresse sind immer wieder ein Highlight.
Was ist Ihre schönste Erinnerung oder Ihr Highlight der letzten 30 Jahre?
- Der Verfassungsartikel, das Wachstum der SEVAL, insbesondere das Wachstum der Zahl an Arbeitsgruppen und der Einbezug aller Sprachregionen.
- Die Gründung der AG italienischsprachige Schweiz.
- Die jährlichen Konferenzen.
- Die gemeinsame Jahrestagung mit der DeGEval 2014 in Zürich.
- Sofort willkommen zu sein (bei meiner ersten Teilnahme an einer Jahrestagung).
- Die Workshops an den Jahreskonferenzen.
- Die jährlichen SEVAL-Kongresse.
- Der SEVAL-Kongress zum Thema Bewerten und die Dialog-Veranstaltungen.
- Methodenateliers und persönlicher Austausch an den Jahrestagungen der SEVAL.
- Die Gründung von Swiss JEE.
Was wünschen Sie der SEVAL für die nächsten 30 Jahre?
- Dass die SEVAL ein wichtiger Player bleibt im Austausch zwischen Verwaltung, Forschung und Politik.
- Dass die SEVAL darin bestrebt ist, die Qualität von Evaluationen sowie den Stellenwert von Evaluation auch künftig hoch zu gewichten.
- Dass die SEVAL à jour bleibt betreffend künftiger Entwicklungen von Evaluationen (Stichwort KI…) und hierbei eine zentrale Rolle als Wissensvermittlerin/Koordinatorin einnimmt.
- Dass die Evaluation weiter professionalisiert wird und weiterhin nachgefragt wird. Zudem, dass die Evaluierenden motiviert sind, sich weiterzubilden.
- Offen bleiben für Neues, inkl. für neue Daten und Methoden.
- Dass der Nutzen von Evaluationen noch besser sichtbar gemacht werden kann.
- Ich wünsche der SEVAL, dass sie weiter wächst und auch weiterhin eine Referenz für die Evaluations-Community bleibt.

