Treffen des Netzwerks Evaluation und der SEVAL: die OECD in Bern

Das Netzwerk Evaluation der Bundesverwaltung hat sich am Montag, 26. Januar 2026, in den Räumlichkeiten des Bundesamts für Justiz (BJ) zu einer gemeinsam mit der Schweizerischen Evaluationsgesellschaft (SEVAL) organisierten Sitzung getroffen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 30-Jahr-Jubiläums der SEVAL statt.

Ein privilegierter Austausch mit der OECD

Die OECD war Ehrengast dieses Treffens. Stéphane Jacobzone, Senior Advisor, und Silvia Picalarga, Policy Analyst bei der OECD, stellten ihren Ansatz zur Bewertung der Ex-post-Evaluationssysteme in den Mitgliedsländern vor. Sie erläuterten zudem die Toolbox zur Unterstützung der Umsetzung der OECD-Empfehlung zur Evaluation öffentlicher Politiken.

Die zentrale Frage ihrer Präsentation: Wie können die nationalen öffentlichen Verwaltungen die Umsetzung und Förderung von Evaluationen öffentlicher Politiken sicherstellen?

Die Schweiz gut positioniert, mit Verbesserungspotenzial

Die OECD-Experten hoben die gute Positionierung der Schweiz in Bezug auf die Institutionalisierung der Evaluation hervor. Unser Land zeichnet sich durch ein hybrides Modell aus, das dem skandinavischen System nahesteht und durch eine Evaluationspraxis gekennzeichnet ist, die sowohl von öffentlichen als auch von privaten Akteuren getragen wird.

Während die meisten Bundesämter heute über eigene Evaluationseinheiten verfügen, ist dies noch nicht überall der Fall. Zudem könnte die Rolle der «Knowledge Brokers» – jener Wissensvermittler, die für die Aufbereitung und Kommunikation der Evaluationsergebnisse zuständig sind – noch gestärkt werden.

Drei prioritäre Handlungsfelder aus der OECD-Empfehlung

Die Empfehlung zur Evaluation öffentlicher Politiken hebt drei Prioritäten hervor:

  1. Die Evaluation aus einer gesamtstaatlichen Perspektive institutionalisieren
  2. Die Qualität der Evaluationen fördern
  3. Evaluationen durchführen, die einen echten Einfluss auf die Entscheidungsfindung haben

Eine Toolbox mit einem Selbstbewertungstool wurde entwickelt, um die Verwaltungen bei diesem Prozess zu unterstützen.

Ein neuer Leitfaden zur Evaluation für die Bundesverwaltung

Bertrand Bise, Leiter des Netzwerks Evaluation in der Bundesverwaltung, nutzte die Gelegenheit, um den neuen Leitfaden zur Evaluation öffentlicher Politiken der Bundesverwaltung vorzustellen. Er ist ab sofort auf Französisch verfügbar, die deutsche Version soll im April folgen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Referentinnen und Referenten sowie an alle Teilnehmenden für diesen bereichernden und anregenden Austausch!

Fotos: Stéphane Jacobzone, Senior Advisor OCDE, Silvia Picalarga, Policy Analyst OCDE, Laurent Crémieux, Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) und Präsident der SEVAL, Bertrand Bise, BJ und Leiter des Netzwerks Evaluation der Bundesverwaltung

Stéphane Jacobzone, Senior Advisor OECD
Stéphane Jacobzone, Senior Advisor OECD
Laurent Crémieux, Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) und Präsident der SEVAL
Laurent Crémieux, Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) und Präsident der SEVAL
Bertrand Bise, BJ und Leiter des Netzwerks Evaluation der Bundesverwaltung
Stéphane Jacobzone, Senior Advisor OECD
Silvia Picalarga, Policy Analyst OECD

Stéphane Jacobzone, Senior Advisor OECD, Silvia Picalarga, Policy Analyst OECD
Silvia Picalarga, Policy Analyst OECD
Bertrand Bise, BJ und Leiter des Netzwerks Evaluation der Bundesverwaltung