Die SEVAL hat zwei Nachwuchstalente mit Stipendien zur Nachwuchsförderung in der Evaluation ausgezeichnet. Die SEVAL bedankt sich beim IDHEAP für die Ermöglichung des CAS-Stipendiums.

Praktikums-Stipendium: Andrine Römer

Wer bist du?

Mein Name ist Andrine Roemer und ich habe gerade mein Studium mit einem Master in Politik und öffentlicher Verwaltung am IDHEAP (Universität Lausanne) abgeschlossen. Während meines Studiums hatte ich die Gelegenheit, ein Praktikum bei der Abteilung für Sport und Bewegung der Stadt Yverdon-les-Bains zu absolvieren. Parallel dazu hat diese Abteilung ein Konzept zur Selbstevaluation ihrer Sportpolitik 2026–2031 entwickelt. Ich hatte das Glück, an diesem Prozess mitwirken zu dürfen, und habe meine Abschlussarbeit der Analyse der Hindernisse gewidmet, die bei der Umsetzung dieses Konzepts aufgetreten sind. Diese Arbeit ermöglichte es mir auch, die Herausforderungen der Evaluation in der Gemeindeverwaltung sowohl aus organisatorischer als auch aus strategischer Sicht zu verstehen.

Warum interessierst du dich für die Evaluation?

Evaluationen dienen als Orientierungshilfe für das öffentliche Handeln, indem sie die Arbeit der Verwaltungen unterstützen und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Institutionen stärken. Sie sind daher ein zentraler Bestandteil des Funktionierens unserer Gesellschaft. Allerdings wird die Evaluation aus institutionellen, politischen oder auch ressourcenbezogenen Gründen im Zyklus der öffentlichen Politik noch zu wenig genutzt. Es besteht also ein echtes Potenzial, in die Entwicklung und Begleitung der Evaluation zu investieren.

Was mich an der Evaluation interessiert, ist sowohl ihr Beitrag zum öffentlichen Wissen als auch ihre Fähigkeit, organisatorische Lernprozesse zu strukturieren. Ich interessiere mich besonders für die methodischen und praktischen Herausforderungen, die sie mit sich bringt, sowie für die aktuellen Entwicklungen in diesem Bereich in der Schweiz.

Was erhoffst du dir von dieser Zusammenarbeit mit der Stadt Yverdon-les-Bains? Und vom Stipendium?

Ich hoffe, dass sich durch diese Zusammenarbeit mit der Stadt Yverdon-les-Bains die Evaluation auf kommunaler Ebene weiterentwickeln und nachhaltig in der Verwaltungspraxis verankern kann. Wenn diese Erfahrung dazu beitragen kann, andere Gemeinden zu ähnlichen Reflexionsprozessen zu inspirieren, wäre das besonders erfreulich.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Stipendium meine Fachkenntnisse im Bereich Evaluation in der Schweiz weiter ausbauen kann. Es bietet mir die wertvolle Gelegenheit, verschiedene Akteure aus diesem Bereich zu treffen, mich mit ihnen über ihre Praktiken auszutauschen und mein Verständnis der aktuellen Standards und Debatten zu vertiefen. Ich sehe dieses Stipendium als Brücke zwischen akademischer Forschung und beruflicher Praxis.

Wie siehst du deine Zukunft in der Schweizer Evaluationsgemeinschaft?

Abgesehen von den Erfahrungen, die ich während meines Praktikums und im Rahmen spezifischer Kurse gesammelt habe, bin ich bisher noch nicht mit einer grossen Vielfalt an Evaluationsprozessen in Berührung gekommen. Der Beitritt zur SEVAL ist für mich daher eine Gelegenheit, diese Erfahrungen zu erweitern, andere Ansätze kennenzulernen und mein Wissen zu vertiefen.

Ich möchte mich aktiv in die Evaluationsgemeinschaft integrieren, die Fortschritte in Forschung und Berufspraxis verfolgen und mich mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen austauschen. Langfristig möchte ich zur Entwicklung der Evaluation in der Schweiz beitragen, insbesondere im Bereich der kommunalen Politik.

SEVAL-IDHEAP-CAS-Stipendium: Eve-Eugénia Cotton

Wer bist du?

Mein Name ist Eve-Eugénia Cotton und ich habe kürzlich meinen Master in Public Management an der Universität Genf abgeschlossen, wo ich die Möglichkeit hatte, ein Praktikum beim Genfer Rechnungshof zu absolvieren. Dank dieser Erfahrung konnte ich an zwei Evaluationen kantonaler Politikmassnahmen mitwirken, wodurch ich ein starkes Interesse für dieses Fachgebiet entwickelte und gleichzeitig dessen Bedeutung für die Verbesserung der öffentlichen Politik erkannte. Derzeit vertiefe ich meine quantitativen Kompetenzen, indem ich das Zertifikat in quantitativen Methoden abschliesse, und bereite mich auf den Beginn des CAS in Evaluation am IDHEAP vor.

Warum interessierst du dich für die Evaluation?

Mein Interesse für die Evaluation, das während meines Masterstudiums geweckt und während meines Praktikums beim Rechnungshof gefestigt wurde, basiert auf einer Überzeugung: Evaluation ist ein wesentlicher Hebel für Transparenz und Effizienz im öffentlichen Sektor. Was mich daran fasziniert, ist das Gleichgewicht zwischen der Strenge einer strukturierten Methode und der unendlichen Vielfalt der Themen, die damit untersucht werden können. Dieser Ansatz, der systematisch auf Fakten basiert, bietet sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene einen wertvollen Interpretationsrahmen mit dem Ziel, dem allgemeinen Interesse auf relevante und pragmatische Weise zu dienen.

Was erhoffst du dir vom CAS am IDHEAP?

Durch die Teilnahme am CAS des IDHEAP hoffe ich, meine theoretischen Kenntnisse im Bereich Evaluation zu erweitern und gleichzeitig die entsprechenden Reflexe und bewährten Praktiken zu erlernen. Ausserdem möchte ich diese Erfahrung nutzen, um verschiedene Akteure aus dem Bereich der Evaluation kennenzulernen und von ihren Erfahrungen zu lernen. Insgesamt erwarte ich vom CAS, dass es mir die Schlüssel und Werkzeuge an die Hand gibt, mit denen ich mir eine Legitimität im Bereich der Evaluation aufbauen kann.

Wie siehst du deine Zukunft in der Schweizer Evaluationsgemeinschaft?

Ich sehe meine Zukunft als engagierte Akteurin innerhalb der Evaluationsgemeinschaft der Schweiz, mit dem Ziel, aktiv zur Exzellenz des öffentlichen Handelns beizutragen. Ausserdem möchte ich mein Fachwissen vertiefen, indem ich meine Kenntnisse quantitativer Methoden in verschiedene Mandate auf kommunaler, kantonaler oder Bundesebene einbringe. Langfristig ist es mein Ziel, komplexe Evaluationen zu leiten, die Transparenz und operative Effizienz miteinander verbinden. So möchte ich aktiv zur Dynamik der SEVAL auf lokaler und internationaler Ebene beitragen.

Der Prix SEVAL zeichnet wissenschaftliche oder praxisorientierte Arbeiten aus, welche die Evaluation in der Schweiz weiterbringen.

Alle im Evaluationsbereich tätigen Personen sind eingeladen, ihre Arbeiten einzureichen – Evaluationsberichte, akademische Arbeiten, Fachartikel oder Publikationen, auch in digitaler oder multimedialer Form.

Die ausgezeichneten Arbeiten profitieren von einer erhöhten Sichtbarkeit: durch Publikation, Präsentation am SEVAL-Jahreskongress und Verbreitung innerhalb der Evaluationsgemeinschaft.

👉 Einreichfrist: 31. Mai 2026

📧 Einreichung per E-Mail an: secretariat@seval.ch

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um Ihre Erkenntnisse, Erfahrungen und Good Practices zu teilen!

🔗 Informationen, Reglement und Vorlage für das Begleitschreiben hier

 

Aus und Weiterbildung

CAS Evaluation von öffentlichen Politiken | EVPP

Das IDHEAP der Universität Lausanne bietet im Jahr 2026 wieder den CAS Evaluation von öffentlichen Politiken an. Mehr Informationen hier.

Kurs «Wirkungsmodelle und Programmtheorien in der Evaluation»

Wegen hoher Nachfrage findet am 3. und 4. Juni 2026 eine Neuauflage des praxisnahen Kurses zu Wirkungsmodellen und Programmtheorien statt. Unter der Leitung von Dr. Stefanie Krapp und Dr. Günter Ackermann lernen die Teilnehmenden, Wirkungszusammenhänge strukturiert sichtbar zu machen und fundierte Evaluationsansätze zu entwickeln. Ideal für alle, die Interventionen wirkungsorientiert planen, steuern oder evaluieren möchten! Weitere Informationen und Anmeldung hier.

 

Publikationen

Psychische Gesundheit evaluieren: Ein neues Instrument zur Verfügung

Wie lässt sich psychische Gesundheit in einem Projekt erheben? Welche Instrumente sind wissenschaftlich validiert und praxisnah? Gesundheitsförderung Schweiz veröffentlicht ein neues Arbeitspapier «Wie erheben wir psychische Gesundheit?» mit einer Auswahl validierter, kurzer und dreisprachiger Instrumente, die in Fragebögen zur Messung von Aspekten der psychischen Gesundheit, der Selbstwirksamkeit und der sozialen Unterstützung eingesetzt werden können.


Art. 170 BV: Überprüfung der Wirksamkeit

Mit der Einführung von Art. 170 im Jahr 1999 war die Schweiz das erste Land mit einer Bestimmung zur Wirksamkeitsprüfung auf Verfassungsstufe. Art.170 hält fest: Die Bundesversammlung sorgt dafür, dass die Massnahmen des Bundes auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.

Carl Jauslin und Gabriel Gertsch kommentieren die sogenannte Evaluationsklausel in ihrem Artikel im Onlinekommentar.

Publikationen der PVK im Jahr 2025

Im vergangenen Jahr wurden folgende Evaluationen der Parlamentarischen Verwaltungskontrolle (PVK) publiziert:

  • Verteilung der Asylsuchenden auf die Kantone
  • Militärdienst mit Einschränkungen
  • System der nebenamtlichen Richterinnen und Richter
  • Honorarkonsulate

Die Berichte können auf der Website der PVK heruntergeladen werden. Informationen zu den abgeschlossenen, laufenden und geplanten Evaluationen finden sich zudem im Jahresbericht der PVK.

Save the date: Unsere nächsten Veranstaltungen

SwissJEE Praxislabor

Am 28. April 2026 um 17:15 Uhr lädt die AG SwissJEE zum nächsten Treffen für junge oder angehende Evaluator:innen ein. Mehr dazu hier.